Ferien-/ Urlaubs-Lektüre

Wer jetzt ein wenig Urlaub machen kann, Ferien hat und in fernen Ländern oder zu Hause ausspannen wird, dem möchte ich heute ein wirklich schönes Buch ans Herz legen. Der Titel mag so manchen “Nicht-Bayern” abschrecken: “Bayern fürs Handgepäck”. Könnte man da die “Story” von Laptop und Lederhos´n erwarten?
Nein – zwischen den Buchdeckeln finden wir “ganz was Anderes”.
Das Taschenbuch erschien im Unionsverlag Zürich in diesem Jahr 2012, herausgegeben hat es meine Studienfreundin Bianca Stein-Steffan.
Aber das ist nur ein Grund, warum ich das Buch der Rosenheimerin empfehle. Denn inzwischen habe ich es auch gelesen, und es ist einfach nur schön, kurzweilig, nachdenkenswert, tief- und hintersinnig.
Es geht nämlich in diesem Buch nicht um dumpfbackige Klischées, es geht nicht um das, was Außerbajuwarische denken, wie die Bayern sein könnten. Nein – in dem Buch kommen Textpassagen zum Nachlesen von Klassikern und anderen, aus bekannten wie eher unbekannten Werken wird etwas klug herausgezupft für dieses Buch.
Oskar Maria Graf hat sich mit München (Fragezeichen) auseinander gesetzt. Hermann Kesten schildert ein “Wiedersehen mit Nürnberg”. Lena Christ schreibt über “Die Wallfahrt”. Emerenz Meier ist vertreten mit einer Sage aus dem Bayerischen Wald (ihr sind übrigens die Landshuter Literaturtage 2012 gewidmet). Gerhart Polt blickt auf sich selbst als “Der CSU-Sammler”.
Martin Schleske kommt mit einer Passage zu Wort, die aus seinem wunderbaren Buch stammt – hier ist er “Auf der Suche nach dem perfekten Klang” – und dass Martin Schleske, den ich auch gut kenne, ein wirklich begnadeter Geigenbauer ist, ist Kennern klar (und ich bin froh, dass wir damals sein Meisterstück retten konnten! Mehr sei hier nicht verraten). Goethe hat sich auf den Weg in den Süden aufgemacht, und etliche Autoren mehr finden hier mit vortrefflich ausgesuchten Beiträgen Eingang.
Das Buch nennt sich “Kulturkompass“, es ist ein “Wohlfühl-Buch”, in der Tat. Bianca Stein-Steffan hat sich nicht allein mit Altbayern beschäftigt, das ist gut so, und es ist geglückt. Auf nicht einmal 200 Seiten findet der Leser auch Bilder, gut ausgewählt, von FJS auf einer Briefmarke kann man sich ebenso “inspirieren” lassen wie von einer Knopflederhose oder einem Bierstern in Bamberg.
Chapeau! Rundum gelungen! Lesenswert! Und Liebenswert, ohne anbiedernd das Bayernland zu loben. Einfach schön.

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