Medienerziehung – wichtig ist, DASS etwas geschieht

Kräftig wird bis heute diskutiert, ob es in Bayern – und sicher auch in anderen Bundesländern – an den Schulen ein Fach geben sollte, das den Namen Medienkunde oder Medienerziehung trägt. Die Frage ist, ob dieses Fach integriert werden soll in bestehende Fächer, oder ob dieses Thema separat und damit parallel zu bestehenden Fächern unterrichtet werden soll. Beide Varianten haben etwas für sich.
Wichtig ist, dass etwas geschieht. Medienkompetenz ist zwar in aller Munde, aber die Theorie und die Praxis klaffen doch weit auseinander. Das müsste nicht sein.
Bereits im Herbst 2007 gab es auf den Medientagen München eine Pressekonferenz, auf der die Bayerische Staatskanzlei, vertreten durch den damaligen Minister Eberhard Sinner, der Bayerische Journalisten-Verband BJV, vertreten durch den Vorsitzenden Dr. Wolfgang Stöckel, und der MedienCampus Bayern (ich war da lange Geschäftsführerin), Dachverband für Medienaus- und -weiterbildung in Bayern, im Beisein des damaligen BLM-Präsidenten Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring einen ersten Ansatz zu Medienerziehung installieren wollten.
Bei diesem Projekt sollten und wollten BJV und MCB die Schulen im Rahmen der neuen gymnasialen Oberstufe bei der Intensivierung der Medienerziehung unterstützen. In den neu entwickelten Projektseminaren sollten sich – der BJV hat immerhin ca. 9.000 Mitglieder – ausgebildete Journalisten mit ihrem Fachwissen einbringen. Schülerinnen und Schüler hätten die Gelegenheit gehabt, mit externen Partnern Projekte selbstständig zu planen und umzusetzen. Ziel: Medienerziehung, aber auch Studien- und Berufsorientierung durch die Medienprojekte, Schärfung und Schulung von Qualitätsbewusstsein für Medienerzeugnisse.
Was wäre notwendig gewesen? Finanzielle Unterstützung von Seiten des Staates, nicht in riesigen Dimensionen, denn die Journalisten aus den Reihen des BJV hätten sich gegen ein kleines Honorar eingebracht. Motiviert. Fachlich bestens aufgestellt. Hoch professionell.
Was ist geschehen? Nichts. Oder – fast nichts. Die Geschichte über dieses Medienprojekt bleibt eine Geschichte im Konjunktiv.
Gewiss: Hie und da laufen P-Seminare mit journalistischer Begleitung. Aber: Es sind Ausnahme-Seminare, der BJV als Organisation ist in Gänze nicht eingebunden; es ist alles eine Sache von persönlichem Kontakt, wenn vor Ort ein Medienprojekt umgesetzt wird. Stringent ist das nicht. Es scheiterte am Geld.
Medienkompetenz ist derzeit ein punktuelles “Geschäft”. Das ist zu wenig. Gerade heute, im Jahr 2012, ist auch vo größten Skeptikern festzustellen, dass die Multimedialität, die Mediendominanz und Online-Themen wie Datensicherheit und Datensicherung, Themen wie Vorratsspeicherung und Umgang mit “social media” einen Teil des Lebens prägen, ja mitbestimmen – medienkompetent aber sind nicht alle.
Bedauerlich. Jetzt treten neue Kräfte auf den Plan, die diese Themen und Fragen, teils sehr sehr liberal besetzen.

Wolfgang Stöckel, Gabriele Goderbauer-Marchner , Wolf-Dieter Ring und Eberhard Sinner auf den Medientagen München 2007,

Die “alten” Kräfte haben hier etwas versäumt.
Ab und an könnte der Staat agieren, nicht nur reagieren. In diesem Fall wäre Aktion möglich gewesen. So wird es sicher – die nächsten Wahlen im Auge – ein Reagieren. Wetten?

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