Medienkompetenz fördern und fordern

Ja, das ist in aller Munde. Jeder will die Medienkompetenz steigern, fördern, an alle Zielgruppen denken. Interessant ist freilich, dass jeder andere “Bösewichte” im Auge hat, wenn über die Gefahren gesprochen wird (was u.a. in Sachen Datenschutz auch eine Berechtigung hat). Für die einen sind Facebook, Twitter und Co. das schlichtweg Negative, für die anderen sind diese sozialen Netzwerke inzwischen DIE Form der Kommunikation geworden.
Wer twittert, kann Banales in die Welt hinauspusten. Wer sich jedoch eine gut durchdachte Twitter-Gemeinde erstellt, schlauen Leuten und Gruppen folgt, kann sich exzellent informieren. Kurz, knapp, prägnant. Simple Plaudertaschen kann man ja jederzeit wieder “abhängen”.
Freundesgruppen (“echte” Freunde) auf Facebook treffen sich sehr wohl zu guten Begegnungen (nicht immer geht es um eine Party, zu der sich alle Welt eingeladen fühlt – aber das macht eben Schlagzeilen). Medienkompetenz ist eben auch hier gefragt. Die Pfiffigen im Netz müssen dann nicht mehr x Email-Adressen aneinander reihen. Schon heute wird ein Ende bzw. Abflauen der Email-Kommunikation gesehen.
Auffällig ist, dass sich inzwischen eine Kluft nicht nur zwischen sog. Digital Natives und Digital Immigrants herausgebildet hat. Diese Kluft ist gar nicht mehr so gravierend. Die neue Kluft trennt die, die einfach mal die sozialen Netzwerke pauschal ablehnen, von denen, die sie, vielleicht manchmal, zu exzessiv nutzen. Der gesellschaftliche, der politisch-soziale Dialog verändert sich dadurch.
All diese Netzwerke der neuen digitalen Welt sinnvoll zu nutzen, schafft, wer Medienkompetenz hat, sich aneignet, bei allem kritisch-konstruktiv “im Netz” und in seiner Kommunikation unterwegs ist. Unser neues IfM, aber auch viele andere Institutionen und Verbände helfen hier. Sie werden gut angenommen von unterschiedlichsten Zielgruppen (Beispiel: www.institut-fuer-medienkompetenz.de).
Die Information über die sozialen Netzwerke sind “flott”. Hintergrund zu bieten, serös, korrekt, in die Tiefe gehend, ist die (aktuelle, aber immer wichtiger noch die zukünftige) Aufgabe der “Medien-Klassiker”.
Es ist an der Zeit, dass sich die “klassischen” Medien, z.B. die Zeitungen, die gedruckten, darauf einstellen, dass ihre Nutzer “anders” geworden sind. Das bedeutet auf keinen Fall den Untergang der Printmedien. Wenn sie das erkennen.
Die ZEIT ist bestens vorbereitet und ein Genuss. Ihre Online-Version kein Abklatsch der Print-Ausgabe. Die Verlinkungen sind vorzüglich. Ein Mehrwert für die Nutzer.
Wenn jedoch die Tageszeitung keinen Mehrwert bietet, wenn sie weiterhin ihre Stärken vernachlässigt (und in vielen Bereichen ist gerade die HEIMAT die Stärke, die leider immer mehr reduziert und immer mehr tendenziös geboten wird), wenn sie fast wörtlich bringt, was 23 Stunden vorher über die sozialen Netzwerke, in TV und Radio und dem dortigen Teletext auch schon bekannt gemacht wurde, kommt keine neue “Zeitungsgeneration” nach. Das wäre schade. Finde ich. Noch will ich beides – die gedruckten und die digitalen Medien. Meine Studierenden sind da schon – ja, fast will ich sagen, radikaler. Aber noch geben auch sie dem Medium Print eine Chance. Hoffentlich wird sie genutzt. Für – neue – Nutzer.

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