Zehn Minuten BLM-Rede

Jedem Kandidaten waren zehn Minuten für die Rede gegeben, die es ohne meine Bitte gar nicht gegeben hätte. Die Mehrheit der Medienräte – 33 – gaben dem anderen Bewerber ihr Ja, 11 hatten sich für einen – in meinen Augen – mutigeren Weg entschieden, blieben aber in der Minderzahl.

Hier meine Rede vom 24.02.2011, verbunden mit dem Dank an alle, die an mich geglaubt hatten:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Es liegt heute in Ihrer Hand, liebe Medienräte, wer in den nächsten fünf Jahren die Geschicke der BLM gemeinsam mit Ihnen lenken wird. Vieles, nicht immer Faires, ist in den vergangenen Wochen gesagt, geschrieben, gesendet worden. Lassen Sie mich in aller Kürze an dieser Stelle nur einige Aspekte ansprechen:

  • Sehr wichtig ist in meinen Augen der Medienrat, der in seiner vielschichtigen Zusammensetzung, in seinen unterschiedlichen Gruppierungen die Gesellschaft widerspiegelt und in seiner Unabhängigkeit sehr verantwortungsbewusst arbeitet. Es ist mir ein großes Anliegen, gemeinsam mit Ihnen zu arbeiten. So will ich Sie einbinden und Sie mitnehmen in der Bewältigung der vielen Themen und auch der Probleme.
  • Die BLM war in der vergangenen Zeit öfter, als es ihr und Ihnen lieb war, in den Schlagzeilen. Man las viel von genommenen Darlehen, versäumten Fristen oder Tantiemen – die Medien hatten viel zu berichten. Aber der Medienrat und die BLM haben sehr wichtige Aufgaben zu bewältigen, durch die dann wieder positives Echo zu erwarten ist.

Es ist mir ein großes Anliegen, die BLM und den Medienrat wieder in ruhigeres Fahrwasser zu führen. Lassen Sie uns engagiert Sach- und Facharbeit leisten. Dafür stehe ich mit meiner Unabhängigkeit und völlig unbelastet. Das können auch meine Gesprächspartner in meinem kommunalpolitischen Ehrenamt in meiner Heimatstadt bezeugen.

  • Seit über 30 Jahren bin ich in der Medienbranche tätig, sowohl in der Praxis als auch in der Theorie. Grundgesetz und Bayerische Verfassung bilden unsere Säulen. Die Medienwelt hat sich stark verändert. Die BLM benötigt langfristig erworbene Sachkompetenz an ihrer Spitze, Teamfähigkeit und Eigenständigkeit zugleich.
  • Die BLM hat rechtzeitig und hervorragend den Jugendschutz und das Thema Medienpädagogik und Medienkompetenz in eine wichtige Bahn gelenkt. Diese Felder werden immer wichtiger, gerade durch das Internet.

Auch wenn anfangs die Staatskanzlei, wie Sie alle wissen, nicht glücklich war mit der von Ihnen gegründeten Stiftung Medienpädagogik: Lassen Sie uns diese stärken, lassen Sie uns nach Kooperationspartnern suchen, lassen Sie uns diese wichtigen Themen des Jugendmedienschutzes und der Medienkompetenz nicht nur als Modeworte begreifen, sondern als elementare und zentrale Aufgabenfelder einer Landesmedienanstalt.

  • Die BLM als Medienwächterin hat sich vielen Fragen zu stellen; eines der am eiligsten zu lösenden Probleme ist die künftige Finanzierung der lokalen TV-Sender. Lassen Sie uns diese Aufgabe gemeinsam mit den Gremien, der Politik und der Wirtschaft anpacken.

Meine guten Kontakte in die Medienbranche, in die Ministerien und meine mehr als 30 Jahre währende Erfahrung als Medienschaffende und anerkannte Medienexpertin will ich mit aller Kraft einsetzen ebenso wie meine über die vielen Jahre ausgewiesene Führungskompetenz in einer fachlichen Laufbahn, die völlig unabhängig von einer Parteilaufbahn auf meiner Medien-Fachkompetenz basiert.

  • Meine Führungskompetenz konnte ich in vielen Bereichen unter Beweis stellen, ob nun in den fast zehn Jahren als leitende Redakteurin und Chefin vom Dienst für fünf regionale Tageszeitungen, ob in den fast 14 Jahren Tätigkeit als Hochschulprofessorin in diversen Gremien und Leitungsfunktionen, ob in den zehn Jahren als Geschäftsführerin eines Dachverbandes für Medienaus- und –weiterbildung in Bayern, getragen von der Bayerischen Staatsregierung.

Hier  würdigten die über 70 Mitgliedsinstitutionen mit breitester Zustimmung meine Fachkompetenz in den Bereichen der vielfältigen und breiten, nationalen wie internationalen Kontakte, meine Konsens- und Führungsfähigkeit über alle Partei- und gesellschaftlichen Gruppen hinweg zum Wohle aller.

All dies möchte ich für meine Heimat, für die Medienlandschaft, für Sie in einem engen Dialog mit dem Medienrat sehr gerne einbringen.

  • Die BLM hat wichtige Weichenstellungen. 2011 sehen die Perspektiven anders aus als noch in den 1990er Jahren.
  • Die BLM, das ist unser gemeinsames Ziel, ist in ihrem Ansehen als eine der wichtigsten Institutionen in Deutschland als Kompetenzeinrichtung wahrzunehmen. Wir wollen gemeinsam die Zukunft der Medienwirtschaft erfolgreich begleiten. Wir wollen und müssen uns um die Mediennutzer, die Familien wie die Kinder und Jugendlichen, einsetzen, ihnen Orientierung, aber auch erforderlichenfalls Schutz bieten.
  • Jugendmedienschutz ist wichtiger denn je. Das Internet ist zu einem neuen virtuellen Marktplatz der Meinungen geworden. Das ist gut, das ist aber auch eine neue Entwicklung, die die BLM vor neue Aufgaben stellt. An deren Lösung möchte ich gerne mit Ihnen arbeiten.
  • Lassen Sie uns  – eingedenk aller gesetzlicher Lage – die Qualitätsdiskussion führen, Sie als entscheidendes Gremium, die Präsidentschaft als Stimme der Qualität, ob nun zu Poker- oder Zockerthemen, die Kinder „einlullen“ wollen, ob zu echter oder vermeintlicher Interaktivität in den Medien. Qualitätsjournalismus kann, dessen bin ich mir sicher, auch über den Weg von Betrauung und anderer Förderung gestärkt werden.

Lassen Sie uns die BLM mit all ihren Aufgaben in eine gute und sichere, erfolgreiche und angesehene Zukunft führen. Ich verspreche Ihnen, mich mit aller Kraft für die großen Herausforderungen der Zukunft der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger, insbesondere der Familien, Kinder und Jugendlichen, und des Medienstandorts Bayern zu engagieren, dies unabhängig, neutral und mit kreativer Schaffenskraft.

Die BLM hat in Bayern und in Deutschland eine sehr herausgehobene Rolle. Sie mutig und unabhängig, konstruktiv und innovativ nach den vielen Jahren des derzeit noch amtierenden Präsidenten weiterzuführen,  erfordert auch von Ihnen, liebe Medienräte, den Mut, sich für eine unabhängige und mutige Frau auszusprechen – der jetzige Präsident sagte ja auch, er wünsche sich eine mutige Nachfolge.

So darf ich Sie herzlich um Ihre Stimme bitten.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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