“Mitmachsender” als Symptom der “Trashkultur” in den deutschen Medien

1) Im Falle meiner Wahl zur BLM-Präsidentin werde ich mich entschieden gegen “Mitmachsender” wie 9Live einsetzen. Ich stehe für Qualität in den Medien. Jeder Sender sollte eigentlich Information und Vielfalt anbieten. Das sollte entscheidend sein für die Zulassung. Bei 9Live sehe ich diese Desiderate nicht erfüllt. Hier handelt es sich nur um ein “dümmliches Mitmachquiz”.

Zwar sind den Medienräten, die ja kraft Amtes zuständig sind für die Genehmigung der Sender, oft wegen vieler juristischer Aspekte die Hände gebunden. Aber Fakt ist, dass man die Qualitätsdiskussion ernsthaft führen muss.

2) Meines Erachtens steht 9Live als Symptom für die “Trashkultur” in deutschen Medien, wie sie nicht nur immer mehr Menschen nervt, sondern letztlich auch schadet. Der Gesetzgeber hat deshalb Grenzen geschaffen. Rechtswidriges Verhalten wird mit Bußgeldern belegt. Insoweit hat das System bereits Schutzfunktionen, die in Zukunft gezielt eingesetzt werden müssen. Bei Sendern, die gegen gesetzliche Auflagen verstoßen, gilt es die Bußgelder effektiv durchzusetzen.

3) Zudem sind Transparenz und Glaubwürdigkeit in den Medien ein hohes Gut, das derzeit, vor allem auch im Internet, nicht genügend gewürdigt wird. Der Mediennutzer darf nicht irregeführt werden. Auch insoweit wende ich mich gegen 9Live und ähnliche Veranstaltungen. Wichtig ist es meines Erachtens, dass wir eine Qualitätsdiskussion führen,  auch bei Sparensendern, bei denen es nur um Unterhaltung geht. Jugendmedienschutz und Medienkompetenz sind DIE wichtigen Schlagworte der Gegenwart und Zukunft.

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3 Responses to “Mitmachsender” als Symptom der “Trashkultur” in den deutschen Medien

  1. Jan says:

    Was haben Sie denn für ein Problem mit 9live? Warum sehen Sie sich diesen Mist überhaupt an, wenn es für Sie nichts als Trash ist? Der Sender tut niemandem weh und anders als Sie das behaupten, schadet er auch niemandem, der das nicht möchte.

    Wo es Rechtsbrüche gibt müssen die natürlich geahndet werden und das geschieht jawohl auch. Aber das Fernsehen insgesamt neuerdings mit Gewalt zum Qualitätsmedium machen zu wollen halte ich weder für ein lohnenswertes Ziel, noch entspricht es den Geboten wirtschaftlicher Freiheit – und letzten Endes auch nicht dem Recht auf freie Meinungsäußerung. Was Fernsehsender mit ihren Lizenzen anstellen, müssen Sie schon denen selbst überlassen. Für Qualität blecht ja zudem jeder Handybesitzer an die 20 Euro jeden Monat, wie wärs, wenn Sie das Problem Trash-TV erstmal bei den Sendern lösen, die diese Milliarden für weiss Gott was ausgeben, statt Qualität ins Fernsehen zu bringen?

    Ihren Verweis aufs Internet finde ich in diesem Zusammenhang interessant. Wollen Sie dann analog dazu auch dort gegen Seiten vorgehen, die Sie als Trash betrachten und die Ihnen persönlich nicht gefallen? Da brächen dann tatsächlich interessante Zeiten an.

    Ist Ihnen bewusst, dass es auf dem Markt der Zeitungen und (schlimmer noch) Zeitschriften ebenfalls jede Menge Trash gibt, gegen den das “Problem” 9live regelrecht verblasst?

  2. Pingback: Filterblog » Zum politischen Kampf gegen Trash-TV

  3. Gabriele Goderbauer-Marchner says:

    Ich bin dezidiert anderer Meinung. Die Meinungsfreiheit ist im Rundfunkbereich durch die Bedingungen der Rundfunkfreiheit eingeschränkt. Gleiches gilt für die wirtschaftliche Freiheit. Das Thema der Qualität in den Medien ist momentan das Großthema in den Medien überhaupt. Schädlich sind dümmliche Quizsender, weil sie dazu beitragen, dass die Republik “verblödet”. Das widerspricht dem kundigen, informierten Bürger und letztlich auch Wähler, wie er in einer Demokratie entscheidend ist. Ich bin nicht für eine Geschmackszensur, sondern für Qualität in den Medien. Ich will diese in der Tat auch im Internet stärken.

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