Trash-Journalismus – schon immer da gewesen oder frisch im Kommen? Nachdenken über Nachdenkliches

Wer glaubt, dass Boulevardjournalismus zugleich Trash-Journalismus bedeutet, der irrt. Es gibt exzellenten “Boulevard”, gut recherchiert und flott geschrieben, exzellent bebildert – und im Netz vortrefflich mit Videosequenzen ergänzt.
Allerdings – inzwischen schleicht sich die Vermutung ein und an: Trash nimmt zu. An einigen Beispielen wird dies deutlich, und das tangiert – ja – die BILD, aber nicht nur diese.
Dass die BILD ein ordentliches – oder besser gesagt, ein unordentliches Stück Mitschuld trägt an der politisch-beruflichen Entwicklung der Biografie Christian Wulffs, ist wohl unbestritten. Dass nun nicht alle, die auf die BILD-Schlagzeilen von damals durchaus quoten- und auflagenwitternd aufgesprungen sind, sich heute, Mitte 2014, entschuldigen, ist das eine. Dass aber manche auch heute noch nachtreten, ist peinlich.

Nachtreten ist peinlich

Peinlich ist da in meinen Augen u.a. der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes, Michael Konken, wenn er nach Wulffs aktueller Buchpräsentation meint, pauschal “die Medien” in Schutz nehmen zu müssen, weil Wulff auch zu pauschal Kritik übe.
Denn – bei der so genannten Wulff-Affäre haben eben gerade nicht die meisten Journalisten ihre Wächterfunktion ernst genommen. Da wird der Spieß geradewegs umgedreht. Das ist der eigentliche Skandal.
Auch ein Bundesvorsitzender einer Gewerkschaft resp. eines Bundesverbandes der Journalisten und Journalistinnen hat – bei aller Lobbyarbeit für die Journalisten – zumindest im Nachhinein abzuwägen und zu erkennen, dass bei Wulffs aktueller Pressekonferenz Emotionen eine große Rolle gespielt haben. Wulff hat Medienkritik geübt, ja. War sie “scharf”? Zu “scharf”?

Reaktions-Reaktion erwünscht, na klar

Erinnern wir uns – Anfang 2012 blieb Michael Konken, als DJV-Bundesvorsitzender eingeladen zum Neujahrstreffen des Bundespräsidenten, der Feier fern – als Grund war die “Desinformationspolitik” Wulffs, damals deutsches Staatsoberhaupt, genannt worden. War diese Reaktion denn nicht auch “zu scharf”? Sie war auf jeden Fall schlagzeilenträchtig. Hätte keiner darüber berichtet, wäre ja die Reaktions-Reaktion verpufft. Was ist aus den geforderten, den “scharf” geforderten Fakten nun, Mitte 2014, übrig geblieben?

Interessant ist der Blogbeitrag von Stefan Niggemeier vom 15. Juni 2014, hier der Link:

http://www.stefan-niggemeier.de/blog/bild-stuerzte-wulff-mit-einer-falschmeldung-das-kuemmert-aber-keinen/

Richtig wäre nach meiner Meinung, wenn sich alle ein wenig zurücknähmen. Aber: Zurücknehmen – das ist die Sache von Journalisten oft nicht.

Aufgebauscht erst wird eine Geschichte zu einer Story. Nicht alles, was die Menschheit gar nicht wissen will, ist Trash. Aber vieles ist denn doch “müllig”. Müll der jeweiligen Kommunikationskultur. Müll, der Einschaltquoten zu heben versucht. Müll, der vermeintliche Sensationslust zu befriedigen sucht.

Henne oder Ei?

Big Brother und Prominente, eigentlich eher C-Promis, in eigenartigen Containern, verschwurbelten Situationen, Gehässigkeiten der Zuschauer provozieren wollend, auf Schadenfreude abzielend, in Ekel erregenden Aktivitäten, billigst produziert, absurdest zusammenkonstruierte Inhalte – braucht das der User? Wer war zuerst da, die Henne oder das Ei? Der hämische User oder der Trash liefernde Journalist? Oder zeugt es von kultureller Toleranz, von breitester Gesellschafts-Akzeptanz, wenn man hiergegen nicht anschreibt? Wenn man mitmacht?

Trash-TV ist ein hinlänglich bekanntes Phänomen. Es war wohl 1995 die Titanic, die erstmals den Begriff Unterschichtenfernsehen in die Runde warf (so berichtet Wikipedia). Zehn Jahre später befasste sich die ZEIT intensiver mit dem vor allem bei RTL 2 verbreiteten Stil des auf angeblich Arbeitslose abzielenden Phänomens. Vor allem, weil Harald Schmidt dies aufgriff.

Altmodisch?

2004 in Deutschland: Pro Sieben brachte aus den USA eine neue sog. Make-Over-Show, eine Operationssendung, Titel: “The Swan”. Die Kamera war dabei im OP-Saal. Eine “Show” im Reality-Format. Aus hässlichen Entlein wurden schöne Schwäne… Nasen vor laufender Kamera gebrochen, Fett abgesaugt, Busen vergrößert. Ist es altmodisch zu zu reflektieren, ob eine amorphe TV-Gesellschaft das einfordert? Über die Geschichte in George Orwells “1984″ entrüstet sich die Welt.
Hier fehlt das gerüttelt Maß an Normalitäts- und Pietätsbewusstsein. Dass hier die Quoten nicht den Erwartungen entsprach, lässt vielleicht hoffen…
Journalisten haben das Recht auf Meinungsfreiheit. Pressefreiheit muss oft und intensiv “herhalten” in so manchen Argumentationen. Journalisten haben aber auch eine Pflicht, eine moralische Verpflichtung. Der Pressekodex listet dies akribisch auf. Und bitte Artikel 1 des Grundgesetzes nicht vergessen. Nicht nur als Worthülse.

Erinnern wir uns an den “Fall Sebnitz”. Lange ist das her. Das Jahr 2000. Welche Medien sind nicht auf den vermeintlich rechtsradikalen Argumentationsstrang gesprungen? Und wer hat sich am Ende vielleicht entschuldigt?
Erinnern wir uns an die permanente Paparazzi-Jagd auf Lady Diana – war das noch o.k.? Nicht jede Foto-Jagd endete tödlich – eine tat es.
Es gab eine Zeit in den 1990ern, da ist man einem Journalisten des SZ-Magazins auf die Schliche gekommen, dass Promi-Interviews mit Hollywood-Größen gefaked waren. Welch Erstaunen und Aufschrei – wer hätte das gedacht? Gefakte Fotos – keine Seltenheit.

Medien hätten, so sagt man heute oft entschuldigend, nicht (mehr) viel Zeit für Recherche. Für saubere Recherche. Die aber sei bei vielen Themen, auch bei vermeintlich kleinen Geschichten, vonnöten. Zeit aber war schon immer knapp. Auch in der analogen Welt. Qualitätsjournalismus muss eben – zu allen Zeiten, ob analog oder digital – die erforderliche Zeit einsetzen.

Es geht um die Wertegesellschaft. Für Werte und deren Bewusstein benötigt der Mensch, von der Profession her gesehen, nicht Zeit. Eher eine vorab erfolgte entsprechende Erziehung, eine Medienkompetenz, die auch Themen wie Medienethik nicht ausspart. Da hilft ein guter, mit Schlagzeilen beweihräucherter neuer Lehrstuhl nicht, wenn sich darüber nur auf Symposien und Medientagen unterhalten wird. Wenn die Realität, die Medienrealität anders aussieht – und nach anderen Prämissen gestaltet wird.

Hoeneß und “seine” JVA

Der Grund, weshalb Uli Hoeneß nun im Gefängnis sitzt, ist bekannt. Mehr als bekannt. Die Medien haben alles, wirklich alles publiziert. Dass eine Justizvollzugsanstalt dann auch noch vor der Inhaftierung “völlig zufällig” einen Tag der offenen Tür organisiert, damit die Medien auch alle sehen und fotografieren und filmen können, wie denn so eine Zelle aussieht, arbeitet der möglichen Boulevardisierungs-Überbordung in die Arme. Seltsame Boulevard-Blüten treiben ihr Unwesen und greifen krakenartig auf die sog. Qualitätsmedien über. Die wunderlichen Sprach- und Bildblüten werden immer grotesker, aber auch immer raffinierter, ihre Büttel immer zahlreicher. Die Rheinische Post schrieb über diesen Gefängnis-Landsberg-Termin zu Recht von einem Medientag. 157 Journalisten waren offiziell akkreditiert. Geht´s noch? Ja. Denn es ging und geht um Aufmerksamkeit – für alle. Generell für die Medien, aber auch für etliche der Themenlieferanten.
Ob es Trash ist zu sehen, auf welchem Bett Hoeneß derzeit liegt, mag jeder selbst beurteilen. Trash-Journalismus ist so neu nicht. Aber die Ausmaße nehmen immer absurdere Formen an.

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BR-Klassik auf UKW – Petition des Bayerischen Musikrates

Wie hier berichtet, gibt es breite Verstimmung in der Bevölkerung über die Absicht des Bayerischen Rundfunks, das bei einer sehr genau festzustellenden Zielgruppe sehr beliebte BR Klassik digital über DAB+ zu verbreiten – und UKW abzuschalten. Nach vielen Protesten, die auch von vielen Medien verbreitet wurden, hat nun der Bayerische Musikrat eine Aktion gestartet. Er ruf zur Unterzeichnung einer Petition auf – die Bürger sollten sich hier einbringen.
Die Petition hat den Titel “BR-Klassik muss bleiben!” Auch wenn die Abschaltung auf UKW erst für 2016 geplant sein soll – die Freunde von BR-Klassik müssen sich jetzt zu Wort melden, damit bei dem öffentlich-rechtlichen Sender BR die Weichen anders gestellt werden können.

Hier der Link:

http://www.bayerischer-musikrat.de/Pressemitteilungen-c827/Aufruf-zur-Unterzeichnung-der-Petition-BR-Klassik-muss-bleiben-e1142260.php

Der Bayerische Musikrat ist übrigens nach eigenen Angaben die größte Kulturorganisation im Freistaat Bayern und repräsentiert eine Million Bürger in den Bereichen Laienmusizieren und professionelle Musik. Präsident ist kein geringerer als Dr. Thomas Goppel, MdL, langjähriger und hoch angesehener Bayerischer Wissenschaftsminister, Sohn des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel (1962 bis 1978). Thomas Goppel ist ein kluger Kopf – wir hatten öfter miteinander beruflich zu tun – und er ist sicher kein “altmodischer” – es geht ihm v.a. auch um die Zielgruppe von BR-Klassik, die bei einer technischen Veränderung den Weg zu DAB+ nicht mitgehen werde.
Ab 1. Mai 2014 hat der BR übrigens einen neuen Hörfunkdirektor. Martin Wagner hatte nach Jahren in den USA nun das BR-Frankenstudio exzellent geleitet; im Rahmen der damals von mir initiierten Würzburger Mediengespräche hatte er über seine Zeit als Korrespondent im Ausland profund berichtet.
Martin Wagner, den ich persönlich und fachlich sehr schätze, hat auf der BR-Webseite zwar für DAB+ gesprochen, dennoch – und das ist sehr gut – angekündigt, dass der BR alle Argumente zu der bevorstehenden Entscheidung sogfältig und differenziert, wie er schreibt, darlegen werde.
Das Argument, dass bislang schon in Bayern eine Million Bürger Digital-Radios gekauft hätten, bringt der BR vor. Aber – ist nicht auch zu bedenken, dass Bayern zwölfmal so viel Bürger hat? Insgesamt 12,5 Millionen Einwohner. Diese leben in Gemeinden und Städten. An größeren Städten hat Bayern neben München noch Nürnberg oder Augsburg – und ein paar Städte, die immerhin über 100.000 Einwohner haben. Es wäre zu prüfen, ob die Klassik-Fans den Weg in die moderne Technik, den die Jugend flott und gewillt einschlägt, auch so rasch mitgehen.

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Liebe im Krieg – eine Buchempfehlung von Herzen: Margaret Mazzantini schrieb “Das schönste Wort der Welt”

Selten hat mich ein Buch so berührt wie der bei DUMONT erschienene Roman von Margaret Mazzantini “Das schönste Wort der Welt”. Auf Italienisch lautet der Titel “Venuto al mondo”, also in etwa so wie “auf die Welt gekommen”. Beide Titel lassen offen, worum es geht.
Im Mittelpunkt steht Sarajevo. Nach den Kriegsjahren, vor den Kriegsjahren – es geht um die Geburt eines Kindes, und es geht um Tod. Anrührend, berührend. Lesenswert. Nachdenkenswert.

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Was ist da los mit BR Klassik?

Es gibt Leute, die hören nie Klassik. Es soll aber auch Leute geben, die keine Bücher mehr haben. Daher – die Frage, ob eine Kulturwelle wie BR Klassik “noch” gebraucht wird, erübrigt sich. Dass dies derzeit noch über die gute alte UKW funktioniert, ist o.k., dass die “Modernisierer” nun hier DAB+ fördern wollen, geht an einem großen Teil der Zielgruppe meines Erachtens vorbei.
Zum einen ist ein Digitalradiogerät erforderlich. Zum andern wäre der – neue – Empfang nach geplanter Änderung auch über ein Handy, ein Smartphone, möglich. Mobil. Und daheim hätte man Kabel oder Satellitenschüssel.
Warum plant der BR dies? Weil er eine seiner terrestrischen Programme der Jugend, der Jugendwelle geben will.
Unabhängig davon, dass das nun wieder den Privaten Lokalsendern nicht gefällt, die Frage ist, welche Zielgruppe man hier vergrault.
Der Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks hat Ende Januar 2014 beschlossen zu prüfen. Eine Prüfung ist immer gut. Da kommen meist gut bezahlte Gutachter ins Spiel.
In Zeiten, wo die Menschen über die sog. Rundfunkbeiträge, die “Haushaltsabgabe”, diskutieren, die nur die öffentlich-rechtlichen, nicht aber die privaten Sender erhalten, in Zeiten, wo die Grundversorgung immer wieder angemahnt wird, könnte der BR die Zielgruppe verprellen, die vielleicht noch am wenigsten über die Pflichtbeiträge meckert.
Die älteren Menschen hören – mehr als die jüngeren (leider, aber das ist so) – BR Klassik. Die älteren Menschen sind auf dem Weg, als neudeutsch “silver surfer” die Medienkompetenz auch für das Internet zu erwerben (und das zum Teil hervorragend), aber: Sie sind nicht die “Online-Junkies”, die jedes technikflotte Neumodell erwerben. Sie haben vielleicht ein Handy, weil damit telefoniert werden kann, während junge Leute zwar wissen, dass man mit einem Handy telefonieren kann, dies aber zu völlig anderen Zwecken nutzen. Die Älteren haben vielleicht ein mobiles Endgerät länger als zwei Jahre – und sind damit mit möglicherweise langsamer Technik “unterwegs”.

Lorenz Wolf ist der neue Vorsitzende des Rundfunkrates. Er – Leiter des Katholischen Büros Bayerns – möge reflektieren, was die Veränderung bei BR Klassik für die Bürger, die überhaupt noch BR Klassik wollen, bedeutet. Er möge die jetzt eingeforderten Gutachten – sie sollen in ca. 6 Wochen fertig gestellt sein – nicht beeinflussen, aber die allseits bekannte Agentur auch offen informieren: Es geht nicht allein um einen Technik-Hype, den der BR mitmachen kann. Es geht um das Erkennen, wo man etwas verändern soll und muss, und um die Einsicht, was auch über die Jahre bleiben darf.

Im Rundfunkrat sitzen gute Leute. 47 an der Zahl. Werfen wir nur auf einige einen Blick: Der Chef der Bayerischen Staatstheater, Nikolaus Bachler, hätte es doch auch lieber, die Leute kämen in die Theater, als säßen sie nur daheim am PC. Albin Dannhäuser, der für die Lehrerverbände steht, steht für Schule – und nicht allein für E-Learning. Peter Driessen, für die Industrie- und Handelskammern im Gremium, hat sicher im Interesse seiner Branchen kein Verständnis, wenn alle Welt nur noch bei Amazon bestellt. Der frühere bayerische Minister Dr. Thomas Goppel, ein kluger Mann, jetzt für die Musik-Organisationen im Rundfunkrat, müsste doch die Belange der Klassik-Hörer verteidigen. Appellieren kann man auch an Günther Lommer, der für den Bayerischen Landes-Sportverband wirkt. Andreas Scherer, engagiert für den Bayerischen Zeitungsverlegerverband, setzt auch weiter auf gedruckte Zeitungen – neben Online. Viele Politiker befinden sich in dem Rundfunkrat.
An sie alle sei appelliert, Vernunft walten zu lassen. Und keinen unnötigen “Krieg” mit den Privaten zu starten. Denn: Die wahren Konkurrenten sind doch längst woanders zu finden, bei Google und Co. Der Jugend eine UKW-Welle zu geben, die diese am Ende gar nicht will, bedeutet, treue Hörer zu verprellen und noch mehr Kritiker auf sich zu ziehen.

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Über das Öffentlich-Rechtliche…

… wurde ich von der WELT befragt. Hier der Link zur Online-Ausgabe vom 3. November 2013: http://www.welt.de/politik/deutschland/article121494833/ARD-haelt-ZDF-Staatsvertrag-fuer-verfassungswidrig.html#disqus_thread. Auch die Printausgabe vom 4. November 2013 berichtet.
Fakt ist, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk – in Deutschland mit ARD und ZDF – Kritik ausgesetzt ist. Ob das die Sender anficht? Meine Meinung – die Medienpolitik muss hier Änderungen anpacken. Mut zeigen. Qualität muss eingefordert werden. Immerhin sind die Rundfunkbeiträge, vulgo Haushaltsabgabe, keine geringen Beträge. Viel Geld ist da unterwegs.
Was da allerdings – von sehr wohl exzellenten Nachrichtenformaten abgesehen – teils mit viel Geld “verfilmt” wird, ist nicht selten Banalität. Drehbücher zeugen von wenig Pfiffigkeit. Aber – auch das muss gesagt werden: Es gäbe schon gute Drehbücher, gute Drehbuchautoren. Nur: Wer in den Sendern hat den Mut, deren Werke zu verfilmen? Wer packt neue Themen an? Stattdessen: Immer wieder die gleichen Stories. Und immer wieder die gleichen Gesichter. Schade.
Wenn ich mit meinen Studierenden diskutiere, erfahre ich, wie wenig diese “klassisches” Fernsehen schauen. Da hilft auch – siehe der Sonntag abend (3.11.2013) wenig, wenn der Tatort mit Blick auf die jungen und jüngeren Zuschauer nun in Erfurt junge und jüngere Kommissare walten lässt. Denn – die Zielgruppe Jugend ist da gar nicht vor dem TV-Schirm. Schade eigentlich. Aber typisch für das völlig geänderte Mediennutzungsverhalten einer ganzen Generation.

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dpa hat reagiert

Auf die Information vom September möchte ich anmerken: dpa hat reagiert. Zum einen wurde mir versichert, dass dpa die Anregung und Kritik sehr ernst nimmt. Zum anderen wird dpa in den Redaktionsbesprechungen mehr hinterfragen und Meldungen kritischer beleuchten, um zu verdeutlichen, WER hinter z.B. wohlklingenden Preisen steckt. Danke. Finde ich gut.

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Aachener Friedenspreis und Qualitätsjournalismus

An diesem Montag bin ich über eine 13-zeilige Meldung von dpa gestolpert. In meiner Heimatzeitung wird dieser Agenturbericht abgedruckt, auf Seite 5, Titel: “Preis für Schulen ohne Bundeswehr”. Das weckte meine Aufmerksamkeit. Immerhin bin ich an der Universität der Bundeswehr München tätig. Was war die Botschaft? Der Aachener Friedenspreis geht an zwei Schulen, die der Bundeswehr Auftritte im Unterricht und Werbeveranstaltungen untersagen. So steht es bei dpa.
Was mich irritiert, ist: Wer steckt hinter diesem sog. Friedenspreis? Zwei, drei Clicks bei Google, und da findet man auf der homepage dieses Vereins eine in meinen Augen absurde Begründung für diese Preise, und man findet Infos von internen Streitereien in diesem Verein vom Herbst 2012. Darüber hat auch die Aachener Zeitung berichtet. Auch von Spenden aus den Kassen u.a. der Partei Die Linke.
Laut Wikipedia tritt die Stadt Aachen mal dem Verein bei, mal wieder aus, dann wieder bei – je nach politischer Mehrheit. Gegen die Bundeskanzlerin Angela Merkel und den damaligen Bundesverteidigungsminister Jung habe man sogar einmal einn Strafanzeige wegen “Vorbereitung eines Angriffskrieges” erstattet – um wohl medienwirksam zu werden. Das scheint gelungen zu sein. Absurdistan?
Ohne hier auf die Bundeswehr explizit eingehen zu wollen, ihre Rolle im Staat, in der Demokratie, für die Gesellschaft (man erinnere sich nur an die Hilfen der Soldaten und Soldatinnen bei der Hochwasserkatastrophe jüngst) – ich bin enttäuscht, wenn Medien über diesen eigenartigen Preis, der nun gar nichts mit dem renommierten Karlspreis zu tun hat, berichten, ohne diese und andere Hintergründe darzulegen. Da kommt ein Artikel daher, der assoziiert, das wäre ein vielleicht sogar unabhängiger Preis (was er wohl politisch gesehen nicht ist). Es ist die Rede vom “Friedenspreis-Verein”. Frieden ist ja immer gut. Aber – wer steckt dahinter? Gute Schulen sollten solche Auszeichnungen ablehnen.

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